gayromeo

seit april 2005 treibe ich mich bei gayromeo rum. häufige änderungen im profil und bei der headline zeigen immer wieder kreative ergüsse bei mir und anderen nutzern, die zu archivieren sich lohnt, wie ich meine. daher dieser blogg. viel spaß. alle beiträge ohne explizite quellenangabe stammen von mir selbst.

Mittwoch, August 16, 2006

Orientierung

Jeder reist für sich individuell. Wenn du dich in einen Mann verliebst, dann verliebst du dich in einen Mann. Die Tatsache, dass es viele Amerikaner für eine Krankheit halten, sagt mehr über sie aus als über die Homosexualität.

Wenn Sie mir eine Million Dollar gäben und sagten, ich solle für Homosexualität werben, hätte ich nicht die geringste Idee, was ich machen würde. Was würden Sie tun? Einen Wettbewerb veranstalten? Poster aufhängen? Werbespots ins Fernsehen setzen? Die Vorstellung, für Homosexualität zu werben, ist unsinnig. Unsere Tagesordnung ist sehr einfach: Bitte lassen Sie uns in Ruhe. Bitte lassen Sie uns das sein, was wir sein wollen, und unser Leben mit anderen leben.

Ich glaube nicht, dass ich irgendwie anders bin als die Normalen. Meine Wünsche und Bedürfnisse sind dieselben wie deren. Ich sehe in der sexuellen Orientierung nicht die große Sache. Es ist nur eine Orientierung.

Wenn du ein wenig darüber nachdenkst, wird es nur zu dem Begriff des Bewahrens eines nutzlosen Geheimnisses. Du tust dir nur weh. Mein öffentliches Coming-out hat sich als das Beste herausgestellt, was ich jemals tat, vom persönlichen und beruflichen Standpunkt aus gesehen.

Du bist ein Kind Gottes. Dich herunter zu spielen ist der Welt nicht dienlich. Scheu bringt keine Erleuchtung, so dass sich andere Leute in deiner Umgebung unsicher fühlen. Wir wurden geboren, um Gottes Ruhm zu offenbaren, der in uns wohnt. Nicht nur in einigen von uns: in jedem. Und während wir unser eigenes Licht leuchten lassen, geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer Angst befreit sind, wird unser Auftreten andere automatisch befreien.

Wenn du die Menschen beurteilst,
hast du keine Zeit, sie zu lieben.

Liebe zwischen zwei Menschen, ob gleichen oder verschiedenen Geschlechts, ist zu schützen und zu respektieren. Jemand anderen zu lieben, ob gleichen oder verschiedenen Geschlechts, gehört zu den wertvollsten menschlichen Erfahrungen.

Es ist besser, für das, was man ist, gehasst,
als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.

Dich so zu sehen, wie jedermann dich sieht, kann sehr tapfer sein, aber auch ziemlich verrückt. Warum solltest du akzeptieren, dass jedermann dich für einen schwächlichen Neurotiker hält, besser tot als lebendig? Welches Recht haben sie, dich zu beurteilen? Um dich zu beurteilen, müssen sie die Fähigkeit haben, so zu fühlen wie du fühlst. Wer hat die schon? Einer von tausend. Du allein weißt, wie ungleich der Kampf immer schon gewesen ist, den dein Verlangen auszufechten hat.

Für die Liebe existiert kein anderer Gott als die Kraft, die das Herz der Menschen verbindet, und alles, was im Namen des jeweiligen Gottes die Priester und Theologen an Anweisungen, Verweisen und Hinweisen erlassen, erläutern und erklären, kommt niemals auf gegen das Wissen der Liebenden aller Zeiten: Alles ist relativ vor dem einzig gültigen Anspruch der Menschlichkeit.

Ich will weder als Tunte noch als Hetero abgestempelt werden. Schubladendenken schränkt so ein. Wir sind das, was wir tun – nicht das, als was wir uns bezeichnen.

Es gibt so etwas wie ein wertfreies Konzept der Abnormität nicht. Zu sagen, Homosexuelle sind nicht normal, weil sie eine statistische Minderheit sind, bedeutet, sie zu brandmarken. Nonnen werden selten als unnormal aus demselben Grund klassifiziert, obwohl sie sich, wenn sie ihre Ordensregeln strikt einhalten, sehr deutlich von der großen Mehrheit der Leute unterscheiden.

Immer wenn ein Schwuler das Verstecken für sich und andere moralisch akzeptabel findet, würdigt er sich als schwul herab und sinkt auf ein elendes Niveau, das von der bestimmenden Kultur für die Schwulen vorgesehen ist. Von keinem Schwulen mit genügend Selbstrespekt und Würde kann verlangt werden, dass er sich oder andere in diesem Sinne als schwul ansieht.

Wer sein Selbst nicht lieben kann, kann niemanden lieben. Wer sich seines Körpers schämt, schämt sich alles Lebendigen. Wer seinen Körper schmutzig findet, ist verloren. Wer die schon vor der Geburt erhaltenen Gaben nicht respektieren kann, kann nie etwas richtig respektieren.

Es gibt mehr als eine Straße, die zum Leben führt. Es gibt mehr als eine Art zu lieben, es gibt mehr als einen Weg, die andere Hälfte seines Selbst in einem andern Menschen zu finden.

Gewisse Erfahrungen können durch die Sprache vermittelt werden, andere – tiefere – durch Schweigen; und schließlich gibt es Erfahrungen, die nicht vermittelt werden können, auch nicht durch Schweigen. Man muss Erfahrungen leben. Das ist alles.

Unsere Instinkte wirken nach zwei Richtungen: Die eine strebt die Förderung unseres eigenen Lebens und das unserer Nachkommen an, die andere will das Dasein vermeintlicher Konkurrenten beeinträchtigen. Die erste umfasst Lebensfreude, Liebe und Kunst, die, psychologisch gesehen, in der Liebe wurzelt. Zur zweiten gehören Wetteifer, Patriotismus und Krieg. Die herkömmliche Moral tut alles, um die erste zu unterdrücken und die zweite zu fördern. Wir brauchen eine Sittlichkeit, die sich auf Liebe zum Leben, auf Freude am Wachstum und wirklichen Erfolgen, nicht aber auf Unterdrückung und Verbote gründet.

Wenn die Schuhe recht sind,
vergisst man die Füße.
Wenn der Gürtel recht ist,
denkt man nicht an die Hüften.
Wenn das Herz recht ist,
gibt es kein Für und Wider.

Das ist eines der Geheimnisse des Lebens: Die Seele durch die Sinne heilen können und die Sinne durch die Seele.

[gefunden bei und geschrieben von jay1983]

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